Museum

Das Atestinische Nationalmuseum, das im Jahr 1834 als städtisches Steinmetzmuseum gegründet wurde, liegt ab 1902 in dem eindrucksvollen Palast aus dem sechzehnten Jahrhundert der venezianischen Familie Mocenigo, dessen Wand die Burg der Carraresi aus dem vierzehnten Jahrhundert ist.

Die Ausstattung des aus zwei Stöcken bestehenden Museums folgt einem chronologischen und typologischen Kriterium.

Der erste Stock beherbergt die archäologischen Materialien, die am meisten die Kultur der Veneter kennzeichnen, die im Laufe des ganzen ersten Jahrtausends v. C. in der Region wohnten.

Der erste Saal ist vorgeschichtlichen Funden des Gebiets in der Nähe von Este und im Besonderen der Euganeischen Hügel gewidmet. Darunter sind auch die Materialien aus der Pfahlbauten-Siedlung der Stadt Arquà Petrarca, die Unesco-Welterbe ist.

Der zweite Saal zeigt die Ortschaft und die Tätigkeiten (Metallurgie, Spinnerei, Landwirtschaft, Zucht, Handel, Verarbeitung der Keramik und des Hornes usw.), die im Zeitalter der alten Veneter nicht nur in Este, sondern auch in anderen venetischen Städten wie Montagnana oder Megliadino San Fidenzio ausgeübt wurden.

Der große Saal III beherbergt die Gegenstände, die aus den reichen Nekropolen von Este kommen. Die Gegenstände illustrieren die Entwicklung der alten Kultur von den homerischen Aristokratien bis zu den großen Familien, die sich blühenden kaufmännischen und handwerklichen Tätigkeiten ergeben. Unter diesen Gegenständen sind die bekanntesten Juwele des Museums, im Besonderen die „Situla Benvenuti”, die ein bronzenes Meisterwerk des venetischen Kunsthandwerks des siebten Jahrhunderts ist; das Grab „Pelà 2” mit dem wasservogelförmigen Gefäß; und das Gefäß „Alfonsi”, das mit roten menschlichen und tierischen Figuren dekoriert ist.

Im vierten Saal sind die Materialien ausgestellt, die aus den zahlreichen vorstädtischen Heiligtümern kommen, die die alte Stadt von Este umgaben. Unter diesen findet man bedeutsame ex voto, Folien und Bronzen, im Besonderen die kleine Statue der sogenannten „Göttin von Caldevigo”. Wundervoll sind der Stylos und die alphabetischen Tafeln, die an die Göttin Reitia verschenkt wurden. Sie zeugen von der großen Bedeutung, die die Schrift und ihr Unterricht unter den alten Venetern hatten.

Der fünfte Saal beherbergt Beispiele an Begräbnisstätten, die aus anderen venetischen Ausgrabungsstätten kommen, wie Arquà Petrarca, Saletto und Montagnana.

Das Erdgeschoss ist den reichen Sammlungen in Bezug auf das römische Zentrum von Ateste gewidmet.

Der sechste Saal beherbergt das jüngste atestinische Grab, d. h. das fürstliche Grab von Nerka Trostiaia, zusammen nicht nur mit einer in der originalen Anordnung ausgestellten Leichenausstattung, die 120 Gegenstände umfasst, sondern auch mit den ersten Zeugnissen der Romanisierung des Gebietes.

Durch die Materialien, die aus der Stadt von Ateste und aus ihren Wallfahrtsorten kommen, rekonstruiert der siebte Saal das Leben der Stadt Ateste. Unter diesen Materialien findet man auch eine Kostbarkeit: Das große Medaillon aus Gold von Augustus, eines der nur drei Exemplare auf der Welt.

Der achte Saal beherbergt Säulenstumpfe, Stelen und Ausstattungen, die aus den Nekropolen des römischen Zeitalters kommen. Darunter findet man das eigentümliche Grab des Arztes mit allen nötigen Instrumenten eines Arztes und einer außergewöhnlichen tragbaren Sonnenuhr.

Die Säle IX und X stellen verschiedene Materialien aus, nicht nur in Bezug auf das Privatleben, sondern auch Baumaterialien, Geschirre, Amphoren und Luxusgegenstände wie Juwelen, Gläser, bronzene Wandleuchter usw.

In der Mitte des Saals X fallen der wunderschöne Mosaikfußboden mit weißen und schwarzen Steinen und vor allem die seltene, mit Fresken bemalte Decke auf, die aus dem Domus von Serraglio Albrizzi kommt.

Der elfte Saal beherbergt beträchtliche Beispiele an lokalen Keramiken von dem Mittelalter bis zur modernen Epoche. Zu erwähnen ist vor allem die reiche Auswahl von wertvollen Erzeugnissen aus dem neunzehnten Jahrhundert der Franchini Manufaktur, sowie auch eine wichtige und im Jahr 1504 von Cima da Conegliano gemalte Madonna mit dem Kinde.